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Stimme und Sprache

1. Stimmstörungen

Untersuchung des Kehlkopfes
Videostroboskopie des Kehlkopfes

Der Notwendigkeit einer optimalen Stimmfunktion wird man sich meist erst bewusst, wenn die Stimme nicht mehr klar und belastbar ist. Wegweisend für Störungen der Stimme ist das Symptom der Heiserkeit. Jede Heiserkeit, die länger als 4 Wochen andauert, sollte vom Facharzt für Sprach- Stimm- und kindliche Hörstörungen abgeklärt werden.

Die Diagnostik umfasst eine endoskopische Untersuchung des Kehlkopfes, bei der mithilfe einer Vergrößerungsoptik zunächst nach organischen Störungen gesucht wird. Zu den organischen Kehlkopfkrankheiten zählen zum Beispiel Knötchenbildungen an den Stimmlippen, Polypen, Lähmungen, Entzündungen.

Neben der organischen Abklärung beschäftigt sich der Facharzt für Sprach-, Stimm- und kindlichen Hörstörungen aber auch besonders mit der Stimmfunktion. Hierzu bedarf es der stroboskopischen Untersuchung, bei der die Schwingungsvorgänge der Stimmlippen sichtbar gemacht und analysiert werden können. Fehlregulationen der Schwingungsvorgänge führen zu schneller Ermüdung beim Sprechen oder Singen, heiserem Stimmklang bis hin zu organischen Veränderungen bei dauerhaft gestörter Stimmfunktion (z.B. Schreiknötchen bei ständig zu lauter, gepresster Stimmgebung).

Entscheidend für eine erfolgreiche Therapie ist die fachärztliche Diagnostik durch den Facharzt für Sprach- Stimm- und kindliche Hörstörungen (=Phoniater). Je nach Befund wird die Therapie medikamentös (z.B. mit Inhalationen), logopädisch (Stimmübungsbehandlung zur Verbesserung der Stimmfunktion), naturheilkundlich (z.B. Anti-Übersäuerungsbehandlung bei Kehlkopfproblemen, die durch Reflux von Magensäure ausgelöst sind) oder homöopathisch erfolgen.
Stimmrehabilitation

Bei schweren Stimmstörungen, z.B. nach Tumoroperationen, Kehlkopflähmungen, aber auch bei Patienten mit hohen beruflichen Stimmanforderungen (Lehrer, Schauspieler, Sänger), ist eine logopädische Intensivtherapie erforderlich. Die Therapien werden bis zu 5x wöchentlich durchgeführt. Grundlage ist das Konzept der Funktionalen Stimmtherapie nach Kruse. Auf der Basis der phoniatrischen Diagnostik (Lupenlaryngoskopie, Videostroboskopie, Stimmanalyse) wird gemeinsam mit den behandelnden Logopäden das Therapiekonzept festgelegt. Dabei werden zum einen geschwächte Muskelgruppen, in der Regel unter Einbeziehung von Reizstrom, gekräftigt, zum anderen kompensatorische Muskelaktivitäten je nach gewünschtem Ergebnis durch entsprechende atemgestützte Stimmübungen ab- oder aufgebaut. Die Stimmrehabilitation wird in Zusammenarbeit mit der logopädischen Praxis Barbara Hamberger im gleichen Hause durchgeführt. Die Kostenübernahme erfolgt in der Regel bei gesetzlichen wie privaten Kassen.

2. Sprachstörungen

Die Sprache ist die ureigenste Ausdrucksform der menschlichen Kommunikation. Treten Störungen in der kindlichen Sprachentwicklung auf, so bedarf es einer differenzierten Diagnostik, um die Ursachen zu ergründen. Mithilfe von standardisierten Sprachentwicklungstests kann der Entwicklungsstand im Vergleich zu gleichaltrigen Kindern ermittelt werden. Ein Rückstand muss sich nicht auf alle sprachlichen Bereiche erstrecken, sondern kann auch mehr oder weniger isoliert Aussprache, Grammatik, Satzbau, Sprachverständnis und Wortschatz betreffen.

Neben Verzögerungen der Sprachentwicklung werden auch Störungen der Funktion der Sprachwerkzeuge (z.B. Schwäche der Zungen- und Mundmotorik) und des Redeflusses (Stottern/Poltern) untersucht. Zur Einschätzung der kindlichen Sprachentwicklung ist es außerdem wichtig, einen Überblick über die motorischen Fähigkeiten, das Gehör und die Hörwahrnehmung, die familiäre Situation und den Erziehungsstil (z.B. Zweisprachigkeit) sowie über das Verhalten des Kindes zu erhalten.

In ausführlichen Gesprächen mit den Eltern wird besprochen, welche therapeutischen Maßnahmen zur Förderung des Kindes sinnvoll sind.

Sprachstörungen können aber auch Erwachsene ganz unvermittelt treffen, z.B. nach einem Schlaganfall oder bei neurologischen Erkrankungen wie der Parkinson-Erkrankung. Oft kommen auch Kombinationen mit Stimm- und Schluckstörungen vor. Die eingehende Diagnostik durch den Facharzt für Sprach- Stimm- und kindliche Hörstörungen (=Phoniater) bildet auch bei diesen Krankheitsbildern die Voraussetzung für eine erfolgreiche Therapie.

Organisatorisches:
Planen Sie für die kindliche Sprachuntersuchung, die auch eine intensive Abklärung des Hör- und Wahrnehmungsvermögens umfasst, ausreichend Zeit ein (ca. 2 Stunden bei guter Mitarbeit des Kindes). Während einer logopädischen Behandlung ist in halbjährlichen, ggf. auch kürzeren Abständen eine Kontrolluntersuchung zur Überprüfung der Therapiefortschritte erforderlich. Wenn Sie eine Logopädie-Verordnung benötigen, wenden Sie sich bitte an unsere Anmeldung.